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Allgemein2018-07-19T09:21:27+00:00

Angelschein machen: Allgemeine Informationen

Was ist ein Angelschein?

Wie Sie wahrscheinlich bereits wissen, ist für die Ausübung des Angelsports der Angelschein, auch Fischereischein genannt, Voraussetzung. Dieser Angelschein ist eine Art Bescheinigung über die absolvierte Fischereiprüfung und berechtigt Sie zum Angeln an allen offenen (unverpachteten) Gewässern. Zusätzlich zum Angelschein benötigen Sie eine Angelkarte, auch Fischereierlaubnisschein genannt. Diesen erhalten Sie im Gegensatz zum Angelschein lediglich gegen eine Gebühr. Doch wofür braucht man den Angelschein eigentlich?

Warum braucht man einen Angelschein?

Der Sinn von Angelscheinen ergibt sich aus der Tatsache, dass es sich bei diesem Hobby um das Fangen von Lebewesen handelt und daher einen artgerechten Umgang mit den Fischen gemäß Tierschutzgesetz nötig macht. Deshalb ist es wichtig, sich umfassend mit den einzelnen Fischarten, dem richtigen Rutenbau, der Gewässerkunde und vielen weiteren Regelungen auseinander zu setzen. Der Fischereischein dient also zum einen dem Naturschutz, dem Tier- bzw. Artenschutz sowie der Vermeidung von Tierquälerei und auch dem Schutz vor Überfischung.

Angeln ohne Angelschein

Wer in Deutschland ohne (gültigen) Fischereischein angelt, betreibt Schwarzangeln und macht sich je nach Bundesland strafbar, unabhängig davon an welchem Gewässer man angelt. Eine Übersicht der Bußgelder bzw. Strafen nach Bundesland finden Sie unter diesem Abschnitt.

Häufig wird auch die Frage gestellt, ob der Angelschein bzw. Fischereischein käuflich erworben werden kann. Dies ist jedoch aus den Gründen, die bereits im oberen Abschnitt genannt wurden, nicht der Fall.

Der Angelschein wird nicht selten mit der Angelkarte verwechselt, welche tatsächlich vor Ort für das jeweilige Gewässer, an dem man Fische fangen möchte, gekauft werden muss. Diese wird in der Regel bei dem Pächter oder Eigentümer des Gewässers, oft auch bei den Angelvereinen, erworben.

In diesem Artikel und hier werden die Konsequenzen der Fischwilderei nochmals beispielhaft dargestellt.

Angelschein machen

Die Strafe für das Angeln ohne Angelschein

Gemäß Bußgeldkatalog 2018 betreibt ein Angler ohne Angelschein an öffentlichen Gewässern Fischwilderei, ohne erworbene Angelkarte an privaten Gewässern Diebstahl. Zwar existiert kein allgemeingültiges Bundesfischereigesetz, jedoch ist Fischereirecht Landessache. Somit legen die einzelnen Bundesländer ihre Gesetze selber fest.
In der Regel werden offene als auch private Gewässer von Fischereiaufsehern oder der Wasserschutzpolizei streng kontrolliert. Wird bei einer Kontrolle festgestellt, dass Sie keinen Angelschein, keine Angelkarte oder im schlimmsten Fall keines von beidem besitzen, zieht dies strenge Konsequenzen nach sich. Ohne Angelschein droht Ihnen entweder eine Bußgeldstrafe, welche schnell im vier- bis fünfstelligen Bereich liegen kann, oder Sie erhalten eine Anzeige aufgrund Fischwilderei, verbunden mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.

BundeslandStrafe
Baden-Württemberg5.000€
BayernStraftat
BerlinStraftat
Brandenburgbis zu 50.000€
BremenStraftat
HamburgBis zu 10.000€
HessenBis zu 5.000€
Mecklenburg-Vorpommernbis zu 75.000€
NiedersachsenStraftat
Nordrhein-WestfalenStraftat
Rheinland-PfalzStraftat
SaarlandStraftat
SachsenStraftat
Sachsen-AnhaltStraftat
Schleswig-Holsteinbis zu 25.000€
ThüringenStraftat

Unter „Straftat“ fallen folgende Tatbestände:

TatbestandStrafe
Angeln ohne AngelscheinFreiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe, Entziehung des Fischereischeins
Angeln ohne Angelschein in privaten Gewässern und TeichenFreiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe, Entziehung des Fischereischeins
Angeln ohne Angelschein mit späterem Verkauf der FischeFreiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe, Entziehung des Fischereischeins

Unterschied zwischen Fischereischein, Angelschein und Angelkarte

Eine Begriffsklärung

Zwischen dem Fischereischein und dem Angelschein gibt es keinen Unterschied. Beide Begriffe stehen für die gleiche Bescheinigung, dass die staatliche Fischereiprüfung bestanden wurde und die Grundvoraussetzung für das Angeln vorliegt. Denn dadurch beweist der Angler, dass er sich sowohl mit den fischspezifischen Themen, dem Rutenbau als auch mit der Gewässer- sowie Rechtskunde im Bereich des Angelns auskennt – mit anderen Worten das benötigte Sachkundewissen besitzt. Der Begriff Angelschein entspricht jedoch der Umgangssprache – der üblich verwendete Begriff ist dabei abhängig vom Bundesland. Der Fischereischein ist allerdings in jedem Fall der offizielle Begriff.

Im Gegensatz zu der Angelkarte kann der Fischereischein bzw. der Angelschein nicht käuflich erworben werden.
Die Angelkarte – auch bekannt als Tageskarte, Gewässerkarte, Gewässerschein oder Angelerlaubnis – muss an dem Gewässer vor Ort, an dem Sie angeln möchten, gegen Entgelt erworben werden. Diese erhalten Sie bei dem Pächter des Gewässers, das kann ein bestimmter Angelverein oder aber eine Privatperson sein. Wenn Sie ohne Angelkarte an einem Gewässer angeln, betreiben Sie Diebstahl und machen sich strafbar.

Zusammengefasst: Wenn Sie legal in Deutschland angeln möchten, dann benötigen Sie zunächst den Fischereischein, für welchen Sie die staatliche Fischereiprüfung erfolgreich ablegen müssen. Nachdem Sie die Fischereiprüfung bestanden haben, können Sie Ihren Fischereischein bei Ihrer Wohnsitzgemeinde beantragen. Erst mit dem Besitz des gültigen Fischereischeins ist es Ihnen möglich, den Angelsport überhaupt auszuüben. Neben dem Fischereischein muss gleichzeitig eine Fischereiabgabe geleistet werden. Eine transparente Übersicht aller Kosten, die auf Sie zukommen, finden Sie hier. Wenn Sie nun an einem Gewässer angeln möchten, benötigen Sie eine Angelkarte, welche Sie vor Ort bei dem Pächter des Gewässers kaufen. Hier gilt auch, dass Sie ohne gültigen Fischereischein keine Angelkarte erwerben können.

Wo kann man den Angelschein machen?

Wenn Sie den Angelschein haben möchten, wird, wie oben bereits beschrieben, eine bestandene Fischereiprüfung für den Antrag vorausgesetzt. Die Frage müsste demnach lauten: wo kann man die Fischereiprüfung ablegen?

Die Fischereiprüfung wird – abhängig vom Bundesland – von der Fischereibehörde oder dem entsprechenden Fischereiverband abgenommen. Die Antragstellung für den Fischereischein und die Leistung der Fischereiabgabe findet im Anschluss an die bestandene Prüfung bei der eigenen Meldebehörde statt.

In einigen Bundesländern ist darüber hinaus der Besuch eines Vorbereitungskurses im Umfang von 30 Präsenzstunden gesetzlich festgelegt – die Teilnahme muss dann bei der Anmeldung zur Fischereiprüfung nachgewiesen werden.

Mittlerweile ist es jedoch in den meisten Bundesländern möglich, die geforderten Präsenzstunden auch online abzuleisten. Grund dafür ist, dass vielen Menschen der Zugang zum Hobby Angeln und damit für das Ablegen der Fischereiprüfung verwehrt wird, da sie beispielsweise zeitlich oder körperlich eingeschränkt sind und eine Teilnahme an solch einem Vorbereitungskurs kaum oder gar nicht möglich ist. Die Firma Fishing-King mit Sitz in Köln hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Menschen die Möglichkeit zu bieten, ganz einfach von Zuhause aus oder auch mobil für die Fischereiprüfung zu lernen. Durch die angebotenen Onlinekurse, die auf die jeweiligen Prüfungsinhalte der entsprechenden Bundesländer zugeschnitten sind, kann sich der angehende Prüfling ortsunabhängig und ganz in seinem eigenen Tempo auf die Fischereiprüfung vorbereiten. Die Prüfung an sich kann jedoch nicht online abgelegt werden.

Angelschein online machen